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Ein Westernwälder will sein eigener Stromversorger werden – zu diesen Zweck plant er ein Windrad im eigenen Vorgarten aufzustellen. Es handelt sich hierbei um eine 14 Meter hohe Anlage, die 6000 Euro kosten würde und rund 200 Kilowattstunden im Jahr herstellen würde. Derzeit setzen sich die Behörden der Verwirklichung dieses Plans entgegen.
Heinrich Sonnenschein setzt, wo immer es möglich ist, auf Erneurbare Energien. Solarthermie und Photovoltaik hat der Westerwälder schon seit langem auf dem Dach seines Hauses im kleinen Ort Neunkhausen anbringen lassen.
Nun will er etwas noch nie Dagewesenes verwirklichen: er plant im Vorgarten seines Wohnhauses eine 14 Meter hohe Windanlage zu errichten, um möglichst unabhängig von den Stromlieferanten zu werden und selbst zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes beizutragen. Trotz steigender Energiekosten sieht er die Produktion von Strom als eine sinnvolle Alternative.
Aufstellung dauert nur einige Tage
Sonnenschein teilte mit, die Anlage könnte schon im Betrieb sein. Er habe bei einem Hersteller von Windkraftanlagen in einem Nachbarort ein Modell in der entsprechenden Größe und mit einem Rotordurchmesser von rund 3,5 Metern gefunden und das Aufstellen selbt würde nur ein paar Tage in Anspruch nehmen.
Die Verwirklichung dieses Plans wird von den Behörden allerdings nicht gerade unterstützt. Sonnenschein reichte schon im Februar einen entsprechenden Genehmigungsantrag bei der Verbandsgemeinde Bad Marienberg ein. Diese verwies ihn allerdings an die Verwaltung des Westerwaldkreises in Montabaur mit der Begründung es handele sich um eine "übergeordnete Baumaßnahme", die nicht in den Auftragsbereich der Verbandsgemeinde gehöre.
Genehmigung kostet mehr als Windkraftanlage
Sonnenschein wurde erst dann klar worauf er sich eingelassen hat, als er von dort den entsprechenden Packen an Antragsformularen bekam: Er sollte Papiere zusammentragen, die sonst bei der Genehmigung von Großwindanlagen benötigt werden. Sonnenschein sollte sowohl eine Immissionsnachweise, als auch eine Prognose zum Schattenwurf, der von der Anlage ausgehen könnte einreichen. Alleine die zahlreichen Gutachten, die dafür erstellt werden müssen, hätten ein Vermögen gekostet und die Kosten über 6000 Euro, die er für die Anlage geplant hat, weit überschritten.
Bei der Kreisverwaltung ließ man dann schließlich Gnade walten: Die Genehmigung wurde wieder als "untergeordnete Baumaßnahme" an die Verbandsgemeinde zurückgewiesen. Von dort wurde die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD Nord) in Koblenz verständigt, die jetzt hearusfinden soll, ob und wie eine Windkraftanlage auf einem Privatgrundstück genehmigt werden darf.
Symbol für Klimapolitik setzen
Sonnenschein hofft jetzt in den nächsten Wochen einen positiven Bescheid zu bekommen. Die Nachbarn hätten sich fast ausnahmslos einverstanden erklärt. Auf den Höhen des Westerwaldes seien die Windbedingungen für den Betrieb einer solchen Anlage optimal.
Sonnenschein schätzt, er könne mit seiner Windkraftanlage 2000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Das ist so viel, wie der urchschnittliche Jahresverbrauch einer vierköpfigen Familie. Obwohl sein Beitrag zum Umweltschutz klein ist, wünscht er sich sein privates Windkraftwerk zu einem kleinen Symbol für eine nachhaltigere Klimapolitik zu machen.
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